Die wichtigsten Punkte

  • Produktionswende: Volkswagen prüft, die ursprünglich für den chinesischen Markt entwickelte Baureihe ID. Unyx in Deutschland zu produzieren.
  • CEA-Plattform: Drei Modelle sind betroffen, Unyx 07, 08 und 09, entstanden aus der Zusammenarbeit mit Xpeng auf Basis der China Electrical Architecture.
  • Gefährdete Werke: Die Maßnahme würde die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm betreffen, die zwischen 2031 und 2034 von Schließung bedroht sind.

Das geprüfte Projekt

Volkswagen prüft die Möglichkeit, die Baureihe ID. Unyx – eine Familie von Elektrofahrzeugen, die für den chinesischen Markt konzipiert wurde – in Deutschland zu produzieren. Der Vorschlag wird vom Land Niedersachsen unterstützt, dem zweitgrößten Anteilseigner des Konzerns, und soll in den kommenden Wochen im Aufsichtsrat behandelt werden.



Volkswagen erwägt ID. Unyx Produktion in Deutschland - Foto 1

Jahrzehntelang entwickelte der Hersteller seine Modelle in Deutschland, um sie anschließend zu exportieren und gegebenenfalls vor Ort in China zu produzieren. Das aktuelle Vorhaben kehrt dieses Muster um: Technologie und Design, die in China entstanden sind, würden in die deutschen Werke verlagert.

Die drei Modellkandidaten

Im Mittelpunkt der Prüfung stehen drei Fahrzeuge, die auf der CEA-Plattform entwickelt wurden – Ergebnis der Zusammenarbeit mit Xpeng. Der ID. Unyx 07, eine Heckantriebslimousine mit einer Länge von 4.881 mm, war das erste Serienmodell, das diese Architektur nutzte. Der ID. Unyx 08, ein SUV mit 4.887 mm Länge und 800-Volt-Technologie, könnte laut einer Führungskraft das Segment übernehmen, das einst dem Touareg vorbehalten war. Der ID. Unyx 09, eine Luxuslimousine mit 5.081 mm Länge, wird im Oktober auf dem chinesischen Markt erwartet.



Volkswagen erwägt ID. Unyx Produktion in Deutschland - Foto 2

Unterausgelastete Werke und Umstrukturierung

Die Prüfung ist Teil eines Umstrukturierungsplans, der den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen sowie eine Reduzierung der Modellpalette um 50 % bis 2028 vorsieht. Die deutschen Werke arbeiten unterhalb ihrer Produktionskapazität, während die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa weiterhin schwächer ausfällt als ursprünglich erwartet.

Vier Werke sind direkt von dem Plan betroffen: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm, für die eine Schließung zwischen 2031 und 2034 im Raum steht. Die Nutzung dieser Linien für die Produktion der Unyx-Baureihe wäre eine der geprüften Optionen, um sie weiterhin in Betrieb zu halten.



Volkswagen erwägt ID. Unyx Produktion in Deutschland - Foto 3

Die Rolle von Xpeng

Eine Produktionsverlagerung nach Deutschland würde die Partnerschaft mit Xpeng vertiefen, dessen für den europäischen Markt bestimmte Fahrzeuge derzeit von Magna Steyr in Österreich montiert werden. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen: Das Projekt befindet sich weiterhin in der internen Prüfung, bis sich der Aufsichtsrat dazu äußert.